Projekte
Es gibt natürlich jede Menge Arbeiten die aus eigenem Antrieb entstehen. Einige der Aktuellen möchte ich hier immer mal wieder vorstellen, den Verlauf dokumentieren - und um ihre Meinung bitten.


Domotechnik
Im Zuge der Überlegungen zu meiner neuen interaktiven Lampe "Jean" ergab sich die Frage nach der Zukunftsfähigkeit intelligenter Hausautomatisierung (da diese die Kommunikationsquelle sein wird). Vielen schwebt jetzt bestimmt der selbstnachbestellende Kühlschrank vor, den ich hier aber nicht meine, sondern so einfache Dinge wie dass das WLAN aus- und der Anrufbeantworter angeschaltet wird, wenn die Haus/Wohnungstür abgeschlossen ist, oder auch dann die Temperatur der Heizung runtergeregelt wird - z.B! Es gibt solche Systeme, jedoch kochen alle Anbieter ihr eigenes "Süppchen", somit konnten sie sich nicht am Markt durchsetzen. Auch wurde meiner Meinug nach teilweise ein falscher Fokus gesetzt. Dies gilt auch für die "Smart-Meter", die sich keiner grossen Nachfrage bei Mietwohnungskunden erfreuen - hier wurde nicht genügend aufgeklärt. Dort hätte man das Interesse mehr auf die Spitzenlast lenken sollen, da diese die notwendigen Kraftwerkskapazitäten bestimmt, und nicht die Verteilung des Verbrauches über die Tageszeit. Anders als noch vor einigen Jahren besteht heute oftmals Tagsüber ein Überangebot an Strom, da, wenn z.B. die Sonne scheint, dieser im Überfluss vorhanden ist. Somit läuft dann die Waschmaschine auch im Mietshaus nicht in der Nacht (was ursprünglich die Akzeptanz in Mehrfamilienhäusern verringerte, da dort dann die Waschmaschine mit Nachtstrom lief).
Ähnlich der Einführung eines Videostandards, bei der nur der Meistverbreiteste oder potenteste Anbieter überlebte, wird es im Domotechnik- (oder Hausautomatisierungs-) Bereich nicht funktionieren, da es kein Massenartikel werden wird. Technisch gesehen funktionieren diese Systeme auf der selben Basis (RS485-Schnittstelle: als Protokoll dann KNX (früher EIB), ElektorBUS (finde ich nur als pdf - HIER) oder über die Stromleitung auch DigitalStrom sowie kabellos per Funk), nur das ausgetauschte Protokoll ist teilweise verschieden, oder auch etwas sehr komplex für den Hausgebrauch. Um die teure und aufwändige Investition zukunftssicher abzusichern, ist es nötig ein offenes Protokoll zu verwenden, somit sind spätere (bisher vielleicht nicht absehbare Entwicklungen oder) Änderungen möglich und man wäre nicht an einen Anbieter gebunden.
Mit dem Projekt OpenHAB (es gibt Weitere: OpenRemote, OpenHomeControl, eKamino...) gibt es bereits eine Plattform die vielversprechend diese Bedingungen erfüllen könnte (seit Neuestem hardwareseitig ergänzt um Open Home), die Software würde auch z.B. auf dem kleinen Raspberry PI laufen (mittlerweile probieren zwei Italiener dies auch auf einem Arduino zum laufen zu bringen), oder auch auf einem eventuell schon laufenden (NAS-) Server zur Datenspeicherung. Um nicht für die verschiedenen Plattformen extra Apps programmieren zu müssen, läuft auf dem System ein kleiner Webserver, auf dessen Webseiten man die benötigten Einstellungen machen kann. Für die Knoten (dort wo die Sensoren oder Aktoren sitzen) bietet sich das Arduino-System an, da es alle erforderlichen Ressourcen mitbringt und eine grosse Entwicklercommunity dahinter steht. Dies bedeutet man muss nicht zum "Hacker" werden, sondern kann vorgefertigte Einheiten benutzen. Vielleicht gibt es in Zukunft dann kommerziell angebotene Einheiten zum direkten Einbau (auch für den Elektriker vor Ort). Daran werde ich mitarbeiten, da ich denke nur so kommen wir auf eine notwendige weltweiten Reduzierung des Strombedarfes von 80% bei der ständig wachsenden Bevölkerung (global gesehen, für die Industrieländer ca. 40%).
Seither sind nun schon einige Monate vergangen, und auch die (Internet-) Industrie hat den zukünftigen Wert dieses Ansatzes erkannt. Apple und Google verhandeln mit einer Firma die vor Allem auf die Verknüpfung von Medieninhalten spezialisiert ist (Update: Microsoft machte nun das Rennen), Belkin bietet ein System an (nur mit iOS Integration), AVM (Fritz!Box) steuert Steckdosen über den DECT-Standard (Funkstandard für schnurloses Telefon) und es nehmen Beiträge in technologielastigen Medien zu (Als Beispiel mal HIER dieser hier. Er hebt auch das Problem der Datentypisierung und standardisierten Vernetzung hervor). Meiner Meinung nach eignet sich für die Vernetzung weiterhin nicht der Ethernet-Netzwerkstandard, da er nicht so einfach zu erweitern ist. Ein BUS wie im Prinzip der RS485 ist dafür meiner Meinung nach besser geeignet. Die von dort gesammelten Daten werden dann in der "Zentrale" verarbeitet und entsprechende Befehle wieder zu den Knoten geschickt, die dann die nötigen Aktionen in Gang setzen. Alle Einstellungen finden in der Zentrale statt, und diese läßt sich über das (Internet-) Netzwerk ansprechen (und einrichten). Somit müßten auch nur dort in der Zentrale spezialisierte Firewalls zum Datenschutz integriert werden, und nicht jedes Gerät einzeln andauernd vom Benutzer mit neuer Software programmiert werden um Datenmissbrauch mit diesen sehr interessanten Daten zu verhindern (zu dieser Erkentniss kam nun auch die Abschlusskonferenz der E-Energy in Berlin, nachdem zig Millionen dafür in das Projekt flossen).
Ein EBook (gratis und auf Englisch) zu dem Thema ist gerade erschienen bei O´Reilly - kann man sich hier ansehen. Es tut sich inzwischen viel in dem Bereich, z.B. Software und Hardware die teilweise direkt käuflich ist. Für mich neu ist nun diese online-Programmierplattform.
Gibt es dadurch Stromspareffekte? Dies untersuchte man am Fraunhofer Institut, die Studie dazu gibt es HIER zur Ansicht.
 
Zettelkästen als Gedenken an eine Synagoge
Ansicht bei Nacht
Oliver Gather und Christian Ahlborn zusammen mit den Scape-Architekten gewannen einen Wettbewerb zur Neugestaltung des Platzes der früheren Synagoge in der Stadt Marburg. Die Gestaltung der Zettelkästen wurde nach einem funktionierenden Prototypen nun mir übertragen. Anfang November 2012 wurde der neu gestaltete Platz eingeweiht und anhand der Rasenfläche kann man sehen dass der Platz gut angenommen wird, und die Besucher sich für die Inhalte interessieren.
 
RepRap 3D-Drucker
RepRap1Hatte ja hier bis vor Kurzem einen Praktikanten aus Italien, der sich ausgerechnet mein kleines "Labor" für ein freiwilliges Praktikum ausgesucht hatte. In Italien ist die Designausbildung so theoretisch, dass dort nichts gebaut oder in die Tat umgesetzt wird - so wollte er hier vor Allem ein wenig selber die Materialien und Maschinen kennen lernen. Mein Wunsch war es dass er ein Projekt selber aus eigenem Antrieb durchzieht. Er suchte sich einen 3D-Drucker, den es als Open Source Projekt gibt, aus, den er dann mit meiner Hilfe baute und der erste Tests erfolgreich abgeschlossen hat. Alles Weitere zu dem Drucker findet man auf der Seite des Projekts: RepRap. Neu hinzugekommen ist der Pwdr-Printer. Hier wird ein Pulver verfestigt (nicht mit Laser, sondern mit einem Bindemittel). Mehr Informationen hierzu auf Thingiverse.
 
Wettbewerbsbeitrag zu "Renault 4forever"
R4fixDas Designportal "Designboom" hat zusammen mit Renault aufgerufen einen würdigen, zukunftsfähigen Nachfolger des praktischen Wagens zu gestalten. Vorraussetzung war (leider ist das nur bei einem Teil der vorgestellten Entwürfe überhaupt beachtet worden) dass Materialien und Verbrauchsmittel sich in einem geschlossenen Kreislauf befinden, dadurch schied schonmal der gewöhnliche Verbrennungsmotor aus (ich möchte jetzt nicht die Biogas- oder Bioethanol-Frage diskutieren, im großen Stil angewandt führt das eh nur zu Hungersnöten in ärmeren Weltregionen/Bevölkerungsschichten). In Zusammenarbeit mit meinem Praktikanten Davide Tuberga entwarfen wir den R4 der Zukunft, leider wurden wir aber nicht vorausgewählt (Hier gehts zum Ergebnis). Wir haben neue Überlegungen zu CarSharing, Energieumwandlung und -speicherung, Kopplung an Infrastruktur (und deren positive Auswirkung auf das Nutzerverhalten / SmartGrid und induktives Laden(es werden somit die beabsichtigten Abstellflächen benutzt)) und Kommunikation zu anderen Fahrzeugen über hochfrequente Lichtsignale (ähnlich der IR-Fernbedienung; somit können z.B. Notbremsungen und momentane Geschwindigkeit übermittel werden), sowie, wie hier zu sehen - das Auto als Stadtmöbel. Gerade für das Carsharing ist dabei eine Idee übriggeblieben, die ich jetzt weiterverfolgen werde. Vor Kurzem stellte VOLVO sein Adaptive Display vor, welches unserem damaligem Konzept im Ansatz nahe kommt. Wir lösten uns jedoch völlig von dem althergebrachtem Konzept der festen, vorgegebenen Struktur des Armaturenbrettes, auch die Bedienelemente wurden in das wagenbreite Display integriert, somit konnten alle BenutzerInnen ihre Einstellungen abspeichern (dies galt natürlich dann auch für den Sitz, die Spiegel, Lüftung/Heizung, Motormanagement, Radiosender, ... - wie wir das seit Jahren von Computern kennen, jeder richtet "seinen Schreibtisch" so ein wie er es möchte). Zugleich soll es einen Standard geben in dem diese Daten vorliegen, so kann man sie auf jedes andere Vehikel kopieren - CarSharing de luxe - man fühlt sich direkt wie "zu Hause".

Auf Arte kommt am 8. Mai (18.25) ein Feature über den R4 als ein beliebtes Taxi auf Madagaskar.
 
TransportRad
Als passionierter Fahrradfahrer gilt mein Interesse auch immer dem Fahrrad. Mein erstes Modell baute ich Anfang der achtziger Jahre, seit einiger Zeit denke ich über ein neues Modell nach, dessen Prototyp in Arbeit ist. Für den innerstädtischen Transport, zumal wenn die Topographie sehr flach ist - und das ist es in Düsseldorf,  wird es ideal sein.
 
LärmVernichter
Ein Schallereigniss ist salopp ausgedrückt eine sehr schnelle Luftdruckschwankung. Wenn man diese invertiert, also ein HOCH durch ein TIEF ersetzt und zeitgleich ausstrahlt (Interferenz), dann kann man den Lärm "ausschalten". Im Moment probiere ich mit einem mechanischen System, welches dies in kleinem Umfang bewerkstelligen soll - mal sehen wie es sich anhört... Jetzt ist ja schon wieder viel Zeit vergangen, bin noch nicht wirklich zu funktionierenden Modellen gekommen, aber wen es interessiert: Akustische Diode (Link zu einer Seite der California Institute of Technologiy).
 
WassersparHahn
Die Industrieländer verbrauchen viel zu viel Trinkwasser pro Kopf. Ein Teil wird durch jeden selbst verursacht, und diesen Teil kann man direkt selbst beeinflussen. Mit meinem WassersparHahn wird dies ohne jegliche Komforteinbußen möglich, auch fällt die Umgewöhnung für die Bedienung leicht. Durch einen Fuss- oder Beinbügel wird ein Ventil betätigt, welches den Kaltwasserzulauf öffnet. Dieser ist ohne hinzuschauen zu bedienen. Bei der morgendlichen "Katzenwäsche", dem Zähneputzen oder nur dem "Händewaschen danach" ist es so möglich mindestens 50% des Wassers einzusparen, zudem berührt man mit den unreinen Händen nicht die Wasserhähne, die man nach dem Händewaschen zum Wasserabdrehen ja wieder anfasst.
Leider gibt es in den modernen Industrieländern eine Wasser-Infrastruktur welche auf einen (damals prognostizierten) höheren Mindestdurchfluss ausgerichtet ist. Um dies zu gewährleisten wird teilweise extra gespült, damit sich keine Ablagerungen im Kanal, oder in den Frischwasserleitungen sich Keime, festsetzen. Somit ist der Einsatz in solchen Regionen nicht anzuraten, er ist also eher etwas für sich entwickelnde Länder, oder Regionen, deren Infrastruktur erst aufgebaut wird. Einen interessanten Beitrag diesbezüglich gab es kürzlich bei DRadio.
 
ZeppelinTisch
Die Zeppelintische, an denen ich zeppstuhl_klsporadisch seit etwa 2001 arbeite, stocken leider etwas in der Herstellung, da ich keinen finde der mir die doch ziemlich komplexen Teile auch in kleinen Stückzahlen herstellt. Nachdem ursprünglich daran gedacht war Tische übereinander stellen zu können, sind es jetzt komplexe Tische geworden, die z.B. einen Kabelkanal integriert haben. Vereinzelt verkaufe ich Prototypen dieser Serie, bin aber daran interessiert einen Hersteller/Vertrieb für dieses fast fertige Produkt zu finden. Wenn Sie Interesse haben dann melden Sie sich bitte über die "Kontakt-Seite" - Danke!
In Zukunft werde ich die Serie überarbeiten, angestossen durch die Bauxitschlamm-Katastrophe in Ungarn bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass hierfür kein Aluminium eingesetzt werden sollte; der Tisch wird unwesentlich schwerer wenn ich Stahlblech nehme. Ursprünglich war die Serie als Stapeltisch gedacht, aber wurde von den Kunden so garnicht eingesetzt, und dadurch in eine andere Richtung hinentwickelt. Ebenfalls interessant zum Thema Aluminium ist eine Dokumentation die auf Arte lief, und dort werden auch weitere Probleme durch die Verwendung dieses Stoffes beleuchtet (z.B. Allergien, Alzheimer, Krebs).
Anmerkung: Die Stühle sind von meinem Kollegen Stefan Schwander, bei Interesse schreiben Sie bitte ihm direkt -> eMail